Das Misereor-Hungertuch 2021 „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ von Lilian Moreno Sanchez (c) Misereor

 

Das dreiteilige Fastentuch stammt von der chilenischen Künstlerin Lilian Moreno Sanchez. Es besteht aus drei Teilen und zeigt die Umrisse eines Chilenen, der bei einer Straßendemo von der Militärpolizei verletzt wurde. Er hat gegen soziale Ungerechtigkeit demonstriert. Wir Menschen sind von Gott geschaffen, um aufrecht zu gehen und in Solidarität mit unseren Mitmenschen zu leben.

Der Stoff zeigt einen goldenen Faden: Das erinnert an die Nähte von Chirurgen und steht für Heilung und Hoffnung. Ebenso sehen wir Blumen aus Blattgold: Sie symbolisieren Kraft und Schönheit; Leiden und Schmerz können überwunden werden. Gold ist die Farbe der Ewigkeit und ein Hinweis auf Gott, der neues Leben schenkt.

Schließlich ist da noch Staub der Straße – Staub genau aus dem Ort, aus dem der Mensch, dessen Fuß verletzt wurde, stammt.

Die Asche zu Beginn der Fastenzeit erinnert uns auch an Staub – den Staub unserer Vergänglichkeit – aber auch, in der Hinwendung zu Ostern und zum Fest der Auferstehung – unsere Berufung über den Tod hinaus.

Anfang Dezember fand in Argentinien das Welttreffen der Cursillobewegung statt. Impulsvortrag von Maria Dolores Negrillo über die Herausforderungen unserer Zeit für den Cursillo:

Der Weg, den wir zurückgelegt haben — ein gemeinsamer Schatz

Die Cursillo Bewegung hat sich, geeint durch ein gemeinsames Charisma, im Laufe der Jahrzehnte als kirchliche Bewegung gefestigt und bewährt. Sie ist in verschiedenen Kulturen und Weltgegenden in ihrer gemeinsamen Aufgabe, der Evangelisierung, als Weltkirche präsent. Ich glaube, wir alle sind davon überzeugt, dass sie bei den Menschen und damit bei der ganzen Kirche viel Gutes bewirkt hat.

Nach 35 Jahren in der Cursillo-Bewegung kann ich sagen: Unsere Stärke ist es, bei den Menschen den Wunsch nach der Begegnung mit Christus zu wecken. Würde man jeden Einzelnen von uns fragen, könnten wir tausende Lebensgeschichten von Leuten hören, deren Leben und die ihrer Angehörigen durch den Cursillo eine neue Wendung genommen haben; die einen neuen Weg einschlagen konnten. Wir sind einen Weg gegangen, der uns bis hierher geführt hat.

Jetzt geht es nicht darum, zurück zu schauen, sondern nach vorne. Wir müssen uns ins Heute versetzen. Papst Franziskus hat 2015 bei der Europa Ultreya in Rom gesagt: “Ihr seid berufen, weiter zu gehen, vorwärts zu gehen.

Er stellt uns eine Kirche im Aufbruch vor Augen, eine Kirche der Schönheit, der Freude am Evangelium. Das muss der Weg sein, um eine Welt, die gestrauchelt ist, auf die Zukunft vorzubereiten.

Der Cursillo hat enormes Potential. Der Papst vertraut auf den Cursillo. Wir wären nicht auf der Höhe der Dinge, wenn wir an den alt bekannten Rezepten hängen blieben; wir müssen uns in die Welt von heute versetzen. Unsere Bewegung kann die große Begegnung mit dem Herrn anbieten, damit wir die Liebe Gottes erfahren.

Jetzt ist die Welt nicht nur im Umbruch, nein, sie hat sich schon verändert. Das Neue, die neue Realität muss aber erst im Herzen landen.